Düsseldorfer USee-Schwimmen - das Interview

Das Düsseldorfer USee-Schwimmen findet seit sechs Jahren statt (heuer am 18.08). Und hat sich in dieser Zeit zum beliebtesten Freiwasser-Event in NRW entwickelt. Mit 600 Teilnehmern zählt es zu den Top 3 Veranstaltungen in Deutschland. Ins Leben gerufen wurde der Wettkampf von Thomas Berg und Alexis-Vivian Buch – beide aktive Triathleten. Schon seit der Schulzeit sind beide gemeinsam sportlich aktiv. Wir hatten Gelegenheit, mit Thomas über sein Engagement zu sprechen und ein wenig hinter die Kulissen zu blicken.

Immer gut gefüllt! Der Unterbacher See beim USee-Schwimmen

Mit wie vielen Teilnehmern seid ihr gestartet und wie haben sich die Zahlen dann entwickelt?

Bei unserer Premiere vor sechs Jahren waren 200 Teilnehmer am Start. Der Zuspruch hat uns selbst überrascht. Außer ein paar Aufrufen via Mail und Social Media hatten wir nicht großartig die Werbetrommel gerührt. Vieles lief wohl über Mundpropaganda und Empfehlungen. Bis heute ist das nicht anders. Im zweiten Jahr hatten sich die Zahlen dann schon verdoppelt. Heute sind wir mit 600 Teilnehmern die drittgrößte Freiwasser-Veranstaltung in Deutschland und die Größte in NRW. Bei 800 haben wir uns ein Limit gesetzt.


Wie erklärt ihr euch die Beliebtheit des Wettbewerbs?

Beim Freiwasserschwimmen liegt der Reiz für mich generell in der Kombination aus Sport und Natur. Beides. Sich gegenseitig sportlich heraus zu fordern – ohne Fanatismus und bei familiärerer Atmosphäre. Düsseldorf fehlte einfach noch ein noch ein solches Event. Ich selbst wohne in München und hier in Süddeutschland gibt es bereits sehr viele Freiwasserveranstaltung.


Wie seid ihr auf Idee für das USee Schwimmen gekommen? Warum gerade diese Location?

Wir sind seit unserer Jugend sportbegeistert und hatten Lust, einmal etwas auf die Beine zu stellen. Der Unterbacher See war die einzige Option, die noch unmittelbar im Raum Düsseldorf liegt. Von daher war er von vornherein die erste Wahl – aber er hat sich auch als Idealfall erwiesen. Der See ist landschaftlich attraktiv, von außerhalb gut zu erreichen und die Wasserqualität ist top!


Wie seid ihr beim ersten Mal vorgegangen, um eure Pläne in die Tat umzusetzen?

Es steckt viel Aufwand dahinter – wir haben fast ein Jahr gebraucht, um die notwendigen Strukturen aufzubauen. Wir mussten die Stadt und alle beteiligten Instanzen ins Boot holen und überzeugen. Letztendlich wirkte unser Enthusiasmus geradezu ansteckend – das hat uns wohl den Weg geebnet.


Wir bekommen auch viel ehrenamtliche Unterstützung von Menschen, die einfach aus Freude an der Gemeinschaft mit anpacken. Insgesamt sind im Orga-Bereich an Land rund 30 Helfer im Einsatz: Aufbau, Startbeutel-Ausgabe, usw. Auf dem Wasser unterstützen uns etwa 50 Rettungsschwimmer vom DRK.


Ihr richtet den Wettkampf neben euren „richtigen“ Jobs aus. Wie bewerkstelligt ihr das?

Es ist natürlich ein gute s Zeitmanagement nötig. Ich selber bin Mediziner, Vivan arbeitet im Bereich Finance. Das sind anspruchsvolle Jobs. Der Spaß an der Sache ist uns die Mühe aber wert. In den Tagen rund um die Veranstaltung nehmen wir uns immer Urlaub. Dann konzentrieren wir uns voll auf unsere Präsenz vor Ort.


Was waren die größten Hindernisse, die sich euch bisher in den Weg gestellt haben – und wie habt ihr sie überwunden?

Die größte Herausforderung ist und bleibt die Natur. Insbesondere das Wetter ist natürlich immer unberechenbar. Bei Gewitter können wir den Start nicht freigeben und es ist möglich, dass aufgrund des Sonnenstandes die Sichtverhältnisse schwierig sind. Alles andere ist steuer- und planbar. Wir hatten im letzten Jahr im Vorfeld einige Bedenken wegen der intensivem Blaualgenvorkommen. Die hohen Temperaturen hatten zur Folge, dass dieses Bakterium sich stark vermehrt hat. Das kann Gesundheitsschäden hervorrufen. Wir waren stets eng mit dem Gesundheitsamt in Kontakt und waren froh, dass dann am Ende alles wie geplant laufen konnte. Mit den Teilnehmern selbst hatten wir so gut wie nie Probleme. Ab und zu kommen Sonderwünsche auf, die wir nicht erfüllen können – z.B. besondere Medaillen oder mehr Bojen auf der Strecke. 99 Prozent der Teilnehmer sind aber sehr umgänglich und haben genauso viel Spaß an der Sache, wie wir.


Hattest du schon einmal die Möglichkeit, selber teil zu nehmen?

Schon als wir den Wettbewerb das erste Mal gestartet haben, war klar: wir werden hier niemals selber teilnehmen können. Wir sind am Veranstaltungstag viel zu sehr eingebunden. Zumindest können wir aber am Tag vorher die Strecke mit dem Boot befahren, die Sichtbarkeit und Position der Bojen prüfen etc. Da bekommen wir dann ein bisschen „Schwimmgefühl“ ab.

USee Schwimmen in Düsseldorf

Das USee Schwimmen ist Teil der Deutschland Klassiker. Was verbirgt sich dahinter?

Unter dem Deutschland Klassiker ist eine Serie von Ausdauer-Wettbewerben zusammengefasst. Es gilt, vier anspruchsvolle Wettkämpfe innerhalb von 12 Monaten zu absolvieren. Das Vorbild aus Skandinavien, „En Svensk Klassiker“, ist dort eine Institution – etwas, das man sich bei Bewerbungen in den Lebenslauf schreibt.


Neben unserer 3,3 km Langstrecke zählen der König Ludwig lauf (Skilanglauf), der Mainova Frankfurt Marathon (Laufen) und die Mecklenburger Seen-Runde (Radfahren) zu den Wettkämpfen auf der Liste. Die Idee wird toll angenommen – jedes Jahr steigen die Anmeldezahlen. Der Reiz liegt daran, dass es immer mindestens eine Sportart gibt, in der der Sportler neu und unerfahren ist. Außerdem lernt man auf diese Weise Deutschland in seiner Vielfalt kennen, denn man bereist völlig unterschiedliche „Ecken“


Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?

Riesige Wachstumspläne haben wir nicht. Da haben wir ja schon mehr erreicht, als erwartet. Wir möchten vor allem unsere Qualität halten und die Teilnehmer auch in den nächsten Jahren fit, gesund und glücklich aus dem Wasser kommen sehen.

Die beiden Veranstalter, Alexis-Vivian Buch (l.) und Thomas Berg (r.)

Mehr zum USee-Schwimmen findet ihr in unserem Artikel:

"Unterbacher See in Düsseldorf: Von der Kiesgrube zum Schwimmparadies"

Weiterführende Links: Hier geht es zur Website des USee-Schwimmen

Hier geht es zur Anmeldung für das USee-Schwimmen

Artikel: Sarah Schiepe Bilder: Copyright by USee Schwimmen


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